Laufenten zur Schneckenbekämpfung
2001 und 2002 war ich in meinem Garten derart von Schnecken geplagt, dass ich ernsthaft überlegte, ob und wie ich mit meinem Garten weiter machen sollte. Trotz Einsatz von allen erdenklichen Mitteln wie Einsprühen der Pflanzen mit Essig-Lavendelöl-Gemisch, umlegen der Pflanzen mit Eierschalen und Spelzen, Ausbringen von vergorenem "Tote-Schnecken-Wasser", verstreuen von kiloweise Ferramol und Patrouillengänge meinerseits morgens und abends von 2 Stunden und mehr, mit ständigem Absammeln von eimerweise Schnecken, habe ich im Garten nichts mehr davon gebracht. Völlig entnervt begann ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, mir ein paar Laufenten anzuschaffen. Tatsächlichen Ausschlag das zu tun, gab ein Artikel im Demeter-Rundbrief I/2003 von Iris Mühlberger. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe. Es liegt mir fern, hier irgendjemanden davon überzeugen zu wollen sich Laufenten anzuschaffen. Da es aber bisher keine Bücher über Laufenten gibt, möchte ich hier einfach von meinen Erfahrungen berichten.
1.) Haltung und Unterbringung Die Laufente ist ein Herdentier, deshalb benötigt man mindestens zwei. Das können zwei Enten sein oder ein Pärchen. Ich habe gehört, zwei Erpel gingen auch, aber dazu kann ich nichts sagen, da ich es nicht ausprobiert habe. Der Erpel ist allerdings ziemlich dominant (auch wenn er mehrere Enten hat), so dass ich mir nicht gut vorstellen kann wie das gehen soll. Laufenten sind sehr scheu und es dauert lange bis sie Zutrauen fassen. Kuscheltiere werden sie allerdings nie, sie halten stets 2-3 m Abstand. Auch wirken sie nervös und hektisch. Nur mit äußerster Ruhe und langsamem Verhalten kann man sie dahin bringen wo man sie haben will (z. B. abends in die Hütte). Wie alle anderen Vögel auch wollen sie nicht angefasst werden und mögen es auch nicht, wenn man ihnen in die Augen schaut. Ansonsten sind sie unproblematisch und wanken den ganzen Tag fröhlich im Garten herum. Sie durchsuchen alles von vorne bis hinten und fressen unentwegt Ungeziefer und Schnecken, auch oder gerade im Herbst und Winter, wenn man sie überall hinlassen kann. So werden bereits viele Eier und kleine Schnecken gefressen, was die Gesamtmenge erheblich reduziert. Für unsere zwei Enten haben wir eine kleine Hütte gebaut, ca. 1,50 m x 1,00 m. Die Hütte ist doppelwandig, innen und außen normale Baulatten 2,0 cm dick und dazwischen Styropor. Der Boden ist mit Gartenpflaster belegt (es besteht sonst Gefahr, dass Ratten von unten durchgraben), das kann man auch gut mit dem Gartenschlauch ausspritzen. Von einem mir bekannten Landwirt hole ich mir zweimal im Jahr einen Ballen Stroh zum auslegen. Das Stroh wechsele ich je nach Witterung ca. alle 5 Tage. Wenn es kalt ist, sollte es schon einigermaßen trocken sein. Laufenten sind sehr "winterhart"; bis -15 Grad halten sie gut aus. Ist es sehr kalt, so stelle ich abends einen 5-Liter-Kannister mit kochendem Wasser in die Hütte, das reicht vollkommen aus. Im vergangen kalten Winter 2005/2006 hatte ich keinerlei Probleme.
2.) Futter Ich habe gelesen, dass man Laufenten morgens nicht füttern soll, weil sie ja Schnecken fressen sollen. Dazu kann ich nur sagen, wenn eine Laufente Schnecken haben kann, läßt sie jedes andere Futter sowieso stehen. Ich füttere meine morgens und abends, wobei die Abendfütterung dazu dient, sie in die Hütte zu bekommen. Eine hungrige Ente marschiert anstandslos in die Hütte, während eine satte dazu keine Lust hat. Zum Füttern verwende ich altes Brot und Brötchen (Semmeln), mit oder ohne Körner das ist egal. Nach Rücksprache mit dem Bäcker (auch im Supermarkt) kann man günstig altes Brot bekommen. Auch Freunde und Bekannte sind oft froh, wenn sie Reste abliefern können. Das Brot darf nicht schimmelig sein!! Denn davon wird auch die Ente krank. Brotreste läßt man am besten trocknen und bewahrt sie in einem Karton auf. So hat man immer etwas zur Hand, und einweichen muß man es sowieso. Auch braucht eine Ente ca. 100 g Körner am Tag. Ich fahre dazu in eine Mühle. Hier gibt es immer Reste, die bei der Reinigung des Mahlwerks übrig bleiben. Wenn kleine Rückstände (Spelzen oder Holzstückchen) dabei sind macht das gar nichts, denn was die Ente nicht mag, läßt sie liegen. Auch lieben Enten Nudeln und Kartoffeln. Ich mache es immer so: In eine alte Schüssel oder Topf gebe ich ca. 1 Scheibe Brot und 1 Semmel kleingeschnitten, ein paar Nudeln oder Kartoffeln, mit Wasser übergiessen und obendrauf die Körner streuen. Auch am Kompost halten sie sich gerne auf und fressen alles weg, was sie mögen. Nur scharfe oder salzige Essensreste dürfen sie nicht bekommen, Milchprodukte wie Milchreis, Griessbrei, Pudding etc. vertragen sie schon. Da die Enten viele Würmer fressen, empfiehlt es sich 2 mal im Jahr zu entwurmen. Das Pulver gibt es beim Tierarzt und wird dem Abendtrinkwasser zugesetzt, damit sie es über Nacht auch gewiss trinken. Auf Vitamine und Kalk komme ich gleich noch zu sprechen.
3.) Wasser Laufenten sind, wie andere Enten auch, Wasservögel. Deshalb ist es gut wenn man einen Gartenteich hat. Unserer ist ca. 36 qm, das ist ideal aber nicht notwendig. Ein kleines Kunststoffbecken oder eine große Schüssel tun es auch, für die Ente ist es natürlich schön wenn sie auch etwas schwimmen kann. Da die Ente Schnecken "wäscht" um den Schleim abzubekommen, versauen kleine Becken allerdings schnell und müssen häufig gereinigt werden. Auch empfiehlt es sich überall im Garten Eimer (z. B. schwarze Baueimer aus dem Baumarkt) halb einzugraben, damit sie es nicht weit zum nächsten Wasser hat. Es besteht nämlich Gefahr, dass bei sehr dicken Schnecken eine im Hals stecken bleibt, wenn kein Wasser in der Nähe ist. Ich habe gelesen, dass manche im Winter jeden Tag ihren Weiher aufhacken, das tue ich nicht, zum putzen reicht eine große Schüssel völlig aus. Auch baden meine nicht wenn es sehr kalt ist. Im Sommer nehme ich für alles Brunnenwasser, im Winter brauche ich zum Trinken und für die Badeschüssel ca.10 l Wasser pro Tag. Lauwarmes Wasser nehmen die Enten im Winter gerne, es darf aber nicht wärmer als 25 Grad sein. Das Essgeschirr und die Badeschüssel sollte man jeden Tag auswaschen, denn durch das eingeweichte Brot wird alles schmierig und unappetitlich. Reste abends wegschütten, denn da die Ente Erde mit herträgt ist abends alles verschmutzt.
4.) Eier und Brüten Laufenten werden bereits im Alter von 4 Monaten geschlechtsreif. Es kann sein, dass der Erpel im ersten Jahr noch nicht richtig tritt und die Eier nicht befruchtet werden. Sobald es im Frühjahr einigermaßen warm ist und die Sonne scheint, ist der Erpel mehrmals täglich zu Gange. Das hat die Folge, dass die Ente fast jeden Tag ein Ei legt. Zunächst wirft sie die Eier ziemlich uninteressiert in der Hütte herum. Wenn sie nach ihrem Ermessen genug gelegt hat, (das ist nach ca. 4 Wochen der Fall) dann baut sie ein großes hohes Nest. Das dauert 2 Tage und dann fängt sie zu brüten an. Manche klagen, dass Laufenten nicht sitzen bleiben, aber das war bei mir nicht so. Da eine Ente aber höchstens 15 Eier bebrüten kann, nimmt man die ältesten bei Gelegenheit weg. Je weniger Eier zu bebrüten sind, desto besser sind die Aussichten auf Erfolg. Das Brüten dauert ca. 30 Tage. Während dieser Zeit steht der Erpel vor der Hütte herum und wartet auf seine Ente. Unsere ließ sich jedoch nicht herauslocken, sondern brütete fleißig weiter. Die Ente dreht die Eier täglich um und manchmal fällt es ihr auch ein, das Nest umzubauen. Werden die Eier kalt und sterben die Küken ab, so hört die Ente mit brüten auf. Dann weiß man, dass es nichts ist und kann die Eier wegwerfen. Die Ente beginnt dann alsbald wieder neu zu legen und versucht ein neues Gelege zustande zu bringen. Hat man Glück und es schlüpfen Küken aus, so ist äußerste Vorsicht geboten. Viele Erpel (nicht alle) töten ihre Kinder sofort, sobald sie eine Gelegenheit dazu haben. Das ist mir leider passiert, der Erpel hat alle seine 5 Kinder in der Wasserschüssel ersäuft. Ich hatte davon gehört, habe aber gedacht, da sie nur zu zweit sind würde er seinen Kindern nichts tun. Das war allerdings ein schwerer Irrtum. Ich kenne aber Fälle, bei denen es nicht so war. Man muss halt vorsichtig sein. Am besten sperrt man die Ente mit ihren Kindern in ein extra Gehege und hält den Erpel draußen. Der Erpel muss seine Ente sehen können, damit er nicht völlig vereinsamt. Auch nachts darf man den Erpel keinesfalls zusammen mit den Küken einsperren. Auch muss man für ganz flache Wasserbehälter sorgen, denn seltsamerweise können die Kleinen in einer tiefen Schüssel ertrinken. Gekochtes Ei, gehackte Brennnessel, etwas Kleie und Spezial-Entenkükenfutter aus dem Lagerhaus vervollständigen die Ernährung. Mit ca. 8 Wochen sind sie groß genug um sie weiter zu verkaufen oder zu verschenken. Dann bekommen sie auch ihr richtiges Federkleid an welchem man dann auch erkennen kann, ob es sich um Erpel oder Enten handelt. Die "Schwanzlocke"des Erpels entwickelt sich erst ab dem zweiten Jahr und wird mit den Jahren je nach Stellung und Dominanz immer schöner. Da sich die Ente bisweilen mit Eierlegen völlig verausgabt, ist es ratsam, dem Futter täglich ein paar Tropfen Vitamine und etwas Kalk zuzusetzen (Zoohandlung). Natürlich kann man die Eier auch im Brutkasten ausbrüten lassen. Das ist jedoch ebenfalls nicht ganz einfach. Genau weiß ich darüber nicht Bescheid, ich weiß nur, dass man die Eier täglich 2 mal drehen und befeuchten muss. Die Erfolgsquote liegt bei etwas weniger als der Hälfte, das heißt, von 40 Eiern schlüpfen etwa 13. Während die Ente brütet und die Jungen aufzieht legt sie keine Eier. Sobald das brüten aber abgebrochen wurde, oder die Küken groß genug sind, beginnt sie sofort von neuem. Zwei Enten zusammen legen auch Eier, nur dass diese nicht befruchtet sind und man so also auch wegwerfen muss. Bevor man das Brüten zulässt, sollte man sich überlegen, ob man die Enten behalten will, oder ob man jemand weiß, der einem welche abnimmt. Auch gibt die Vogelgrippe zu bedenken, denn wenn ein Fall aufritt, bringt man keine einzige Ente mehr los. Deshalb sollte schon geklärt sein, wie man in dem Fall verfahren will und ob man überhaupt die Möglichkeit hat mehrere Enten zu halten. Laut Rücksprache mit meiner Tierärztin kann man die Eier auch zum Kochen und Kuchenbacken verwenden. Das ist jedoch Geschmacksache, ich finde sie riechen schon ein wenig "entig". Roh darf man sie nicht verwenden, es besteht Salmonellengefahr. Will man nicht brüten, so nimmt man jede Woche beim Ausmisten die Eier weg und entsorgt sie am besten in der Mülltonne, damit man auf dem Kompost keine Marder anlockt. Läßt man eine Ente nicht brüten, so legt sie den ganzen Sommer über unentwegt Eier. Bei ca. 25 Eiern pro Monat werden das insgesamt leicht über 100. Mit dem Eintritt von Frost und dem kürzer werden der Tage (je nach Witterung) bis Ende Oktober, werden die Eier weniger und hören schließlich ganz auf. Eine Laufente kostet 10,00 bis 15,00 EUR, viele schenken sie aber auch her, weil sie froh sind, wenn ihre Enten in gute Hände kommen. Im Prinzip kann man die Enten natürlich auch schlachten, ich halte das aber für wenig sinnvoll, da an jungen Enten überhaupt nichts dran ist (Laufenten bestehen praktisch nur aus Hals), und alte sicher ziemlich zäh sind, da die Enten ja den ganzen Tag nicht nur laufen sondern rennen. Und schließlich ist es auch nicht jedermanns Sache, Tiere die man kennt und evt. Selbst aufgezogen hat, dann in die Pfanne zu hauen.
5.) Feinde Da Laufenten nicht fliegen können sind sie extrem gefährdet. Ein guter Zaun, am besten mit eingegrabenen Rasenkanten oder betoniertem Sockel, ist zwingend erforderlich. Trotzdem besteht immer die Gefahr, dass Fuchs oder Marder vorbeikommen (auch in Wohngebieten). In ländlichen Gegenden können Habicht und Bussard auch eine gewisse Gefahr darstellen (vor allem im Winter) bei kleinen Enten und Küken auch Falke, Sperber und Elster bzw. Raben und Krähen. Deshalb müssen die Enten nachts auch UNBEDINGT eingesperrt werden, und zwar bevor es dunkel ist, denn sonst kann es sein, dass man sie nicht findet. Die Türe ist mit einem ordentlichen Riegel zu versehen, damit sie der Marder nicht öffnen kann. Mit Katzen gibt es, zumindest bei erwachsenen Enten keine Probleme, unsere tritt stets respektvoll zur Seite und wartet bis die Enten vorbei sind. Auch mit den anderen 5 Katzen aus der Nachbarschaft die bei mir vorbeikommen gibt es keinen Ärger. Auch kenne ich 2 Entenbesitzer von denen einer 2 Jagdhunde, der andere 3 große Bernhardiner-Schäferhunde-Mischlinge hält. Das klappt offensichtlich auch ganz gut. Von den drei Enten die ich bisher verloren habe, hat zwei der Fuchs und eine ein Bussard geholt. Gegen Füchse ist man weitgehend machtlos, sie springen sogar über einen 1,20 m hohen Zaun. Es hilft nur den zuständigen Jäger zu verständigen, bei uns hat er in der Folge 6 Füchse erlegt, und das obwohl wir zwar am Stadtrand, aber keineswegs abgelegen wohnen. Holt der Fuchs eine Ente so nimmt er sie mit und man findet kein Federchen mehr. Er kommt so lange wieder, bis nichts mehr zu holen ist. Sieht man einen großen Greifvogel kreisen oder sich im Garten aufhalten, sperrt man die Enten vorübergehend am besten ein. Da Bussarde und Habichte im allgemeinen nur auf der Durchreise sind (im Garten können sie sich ja nicht niederlassen), ist die Gefahr nach ein paar Tagen meist vorüber. Schlägt ein Greifvogel zu so schleppt er seine Beute etwas ins Gebüsch, dass man ihn nicht gleich sieht. Er rupft nun den Vogel - auch die Daunen, es liegt dann ein Berg Federn da. Da der Greifvogel am Kiel zupackt, platzt dieser längs auf (ein Marder beißt zu, dann ist der Kiel abgebrochen). Nun frisst er vom Hals abwärts und das Brustfleisch. Innereien und den Rest läßt er liegen.
6.) Vogelgrippe Wie alles Geflügel unterliegen die Laufenten der Meldepflicht, d. h. man muss im Veterinäramt auf dem Landratsamt anmelden, dass man Laufenten hat. Das kostet nichts und geht auch telefonisch. Tritt ein Fall von Vogelgrippe auf, so muss man die Enten einsperren. Da unsere Hütte dazu zu klein ist, haben wir ein extra ca. 6-8 qm großes Gehege gebaut. Das Gehege muss überdacht sein. Die verschärfte Stallpflicht dauert mehrere Wochen und wird, sofern kein neuer Fall auftritt, in eine teilweise aufgehobene Stallpflicht umgewandelt. Das heißt, man muss es dem Landratsamt melden, dass man die Enten raus lassen will. Um das zu dürfen gibt es verschiedene Auflagen: Entweder man schafft sich ein Huhn an, oder man lässt seine Enten jeden Monat vom Tierarzt testen. Die Blutabnahme kostet pro Ente 40,00 EUR und man legt das Ergebnis jeden Monat im Landratsamt vor. Bei zwei Enten macht das 80,00 EUR, ganz abgesehen von dem Stress für die Enten, und so scheidet diese Methode von vorneherein aus. Das Huhn gilt als "Zeigertier". Hat nämlich eine Ente die Vogelgrippe, so merkt man es nicht und sie lebt fröhlich weiter. Kommt jedoch ein Huhn dazu, so kippt es innerhalb von 24 Stunden um und so weiß man dass die Ente infiziert ist, was natürlich die ganze Maschinerie des Geflügeltötens im 3-km-Umkreis in Gang setzt. Für 5 Enten reicht ein Huhn, für 10 Enten 2 Hühner usw. Da man ein Huhn aber auch schlecht ganz alleine halten kann, braucht man (nach Rücksprache mit der Tierärztin) am besten 3 und 1 Hahn. Da man sie auch nachts zusammen sperren muss, ist diese Methode auch nicht für jeden geeignet, weil ja dann ein entsprechender Stall vorhanden sein müsste. Diese Vorschriften können Sie nachlesen auf der Website der Landwirtschaftsministeriums www.bmelv.de Verordnungen-Stallpflicht.
Laufenten sind bewegungsfreudige Tiere. Das Einsperren ist für sie eine Qual und macht sie aggressiv. So ist mir der Erpel immer nachgelaufen und hat versucht mich zu beißen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn man hört ihn ja kommen und wenn man sich umdreht und ihn anschaut rennt er sofort zurück. Man sieht nur an diesem Verhalten wie das Einsperren die Tiere belastet und verändert. Solange die Enten eingesperrt waren, hat die Ente keine Eier gelegt. Das war im vergangenen Jahr bis Ende Juli der Fall. Die Ente war ziemlich irritiert und hat danach viele ihrer Eier selbst zerstört. So habe ich sie nicht mehr brüten lassen, denn ich wäre mit den Jungen bis in den November hineingekommen, und da war ja schon wieder mit einer neuen Stallpflicht zu rechnen. Auch nimmt einem direkt vor dem Winter niemand mehr Junge ab.
7.) Schäden Solange die Enten Schnecken zur Verfügung haben, rühren sie überhaupt nichts anderes an. Allerdings lieben sie frisch aufbereitete Beete und wenn man gerade gesät hat, kann das einen gewissen Schaden darstellen. Man kann die betreffenden Beete entweder mit Vlies oder Netz schützen oder ein paar Pflöcke einschlagen und mit 50 cm hohem Hasendraht einzäunen. Auch eine Lavendelhecke reicht schon. Hindernissen gehen sie gerne aus dem Weg. Salat, Blumen oder Kräuter haben sie bei mir bisher nicht abgefressen.
8.) Sonstiges Obwohl Laufenten nicht fliegen können flattern sie, in die Enge getrieben schon mal 1 m hoch. Das sollte man bedenken wenn man sie jagt, denn unter Umständen könnten sie schon mal einen Zaun bezwingen. Stirbt eine Ente, so muss man schnellstens Ersatz beschaffen. Der Zurückgebliebene trauert sehr stark, frisst nicht mehr, sucht den ganzen Tag und geht schlimmstenfalls nach einiger Zeit selbst ein. Zum eingewöhnen einer neuen Ente braucht man ca. 1 Woche, am besten sperrt man sie zusammen, aber natürlich nur, wenn man sieht, dass sie sich vertragen. Jegliches Einfangen und Anfassen bedeutet für die Ente einen enormen Stress. Man hört das Herz so laut klopfen, als ob dicke Wassertropfen auf ein Blech klatschen. Einmal war ich mit der Ente, weil sie sich am Fuß verletzt hatte, bei der Tierärztin, und bis ich wieder heimkam, fühlte sich die Ente ganz heiß an. Anscheinend steigt bei großem Stress die Körpertemperatur extrem an. Deshalb denke ich, dass sie bei großem Stress auch der Schlag treffen könnte bzw. einfach das Herz stehen bleibt. Die Enten sind an den Füssen empfindlich (Schwimmhäute) und man sollte dafür sorgen, dass z. B. nach einem Sturm oder Gewitter die herumliegenden Zweige rasch eingesammelt werden. Der Erpel gibt nur ein leises Rääb, Rääb von sich, man hört es kaum. Die Ente kann aber schon ganz schön laut, was bei mehreren Enten einen gewissen Geräuschpegel darstellt, was man im Hinblick auf die Nachbarn bedenken sollte. Sie schreit aber nur, wenn sie aufgeregt ist oder Futter will. Mit dem Kot hat man keine Probleme, er ist dünn und versickert im Boden. Es ist nicht so wie bei Hühnern, dass man überall hinein tritt. Zuletzt sollte man sich darüber im Klaren sein, dass durch das herumstehende Futter Massen von Vögeln, maßgeblich Spatzen, Amseln, Meisen, Buchfinken, Elstern, Türken- und Ringeltauben angelockt werden. Der Erpel hasst die Tauben und dreht immer durch, wenn er eine sieht. Jagt sie von vorne bis hinten, die Taube setzt sich dann immer auf einen Baum und lacht ihn aus. Die anderen Vögel beachten die Enten nicht, auch Fasane die häufig vorbeikommen und auch auf den Bäumen übernachten, werden nicht angeschaut. Kommen allerdings Stockenten vorbei, was im Frühjahr häufig vorkommt, dann entwickelt sich der Erpel zum Othello, weil er Konkurrenz fürchtet und er kämpft und bewacht seine Frau eifersüchtig. Laufenten gibt es in schwarz (auch mit grünlichem Einschlag, wie Stockenten) und weiß, in hellem rehbraun und forellenfarbig gemustert (wie die weibliche Stockente, auch mit blauem Flügelstreifen). Die braunen Enten sind im Gebüsch und trockenem Laub bzw. vor Holzstößen kaum zu sehen. Laufenten sind lustig anzuschauen. Mich erinnern sie immer an die "Augsburger Puppenkiste", wenn sie so herumwackeln. Hat man einen großen Garten wie ich, dann sind sie eine unschätzbare Hilfe. Ich hätte nie gedacht, dass zwei so Entchen diese Unmengen von Schnecken in den Griff bekommen.
Interessant sind die aufwändig und liebevoll gestalteten Seiten www.laufenten.de von Bruno Stubenrauch. Hier gibt es alles Wissenswerte über Laufenten zu erfahren. H. Stubenrauch hat auch eine Liste von Büchern - es sind allgemeine Bücher über Geflügelhaltung, in denen die Laufente erwähnt wird. Ein spezielles Buch über Laufenten gibt es bisher nicht. Auch weist H. Stubenrauch auf verschiedene Krankheiten hin, die eine Laufente befallen können. Dazu kann ich aber nichts sagen, denn damit hatte ich zum Glück noch nichts zu tun.
von Annegret Hottner Dat: 20.02.2007
Mit freundlicher Genehmigung von Annegret Hottner.Text auch nur Auszugweise darf ohne schriftliche Zustimmung nicht weiterverwendet werden
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