Mittwoch , 12 August 2020
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Kleine Räume einrichten: Minimalismus beim Wohnen ist im Trend

Der Trend geht hin zu kleinen Räumen. Für manchen aus freier Entscheidung, für andere aus der Not heraus. Mieten werden immer teurer, Wohnungen sind schwer zu bekommen. Aber auch immer mehr Menschen entscheiden sich freiwillig für eine minimalistische Unterkunft bis hin zum „Tiny House“. Der bewusste Verzicht auf Platz bedeutet auch den bewussten Verzicht auf materielle Dinge. Nicht zuletzt ist man mit wenig Platz auch immer gezwungen, Ordnung zu halten. Eine Selbsterziehungsmaßnahme gewissermaßen.

Dabei bedeutet wenig Platz keineswegs, auf etwas verzichten zu müssen. Im Gegenteil, die Vorteile liegen auf der Hand. Günstigere Miete, weniger Heizkosten, weniger Fläche zum Putzen. Wer seine kleine Wohnung geschickt einrichtet, kann daraus richtig viel machen, sogar mehr, als wenn Platz im Überfluss vorhanden ist.

Der richtige Anstrich

Die richtige oder falsche Wandfarbe kann zwar die Größe des Raumes nicht verändern, sehr wohl aber seine Wirkung. Dunkle Farben, großflächig an der Wand, lassen den Raum kleiner wirken. Im Detail geschickt eingesetzt, zum Beispiel um den Raum optisch in mehrere Bereiche zu untergliedern, sind sie aber gut geeignet. Mit Streifen ist es in der Wohnung wie mit Kleidung: Senkrechte Streifen strecken, waagerechte Streifen verbreitern. Räume mit niedriger Raumhöhe wirken nach oben höher, wenn dünne Längsstreifen die Wände zieren. Ein schmaler Raum kann mit Querstreifen optisch verbreitert werden. Generell sind alle hellen Farben in Pastelltönen gut geeignet.

Die Gardinen

Was für die Wände gilt, gilt auch für die Gardinen: Dunkle Farben sind in kleinen Räumen tabu. Dunkle, schwere Übergardinen wie zu Omas Zeiten sind ohnehin nicht mehr angesagt. Eine helle Gardinen mit hübschen, hellen Muster, kommt auch ohne Übergardine aus. Vor allem wenn sie mit großen Ösen auf einer dekorativen Gardinenstange angebracht wird. Allgemein sollte so wenig Stoff wie möglich das Fenster verdunkeln, denn mehr Licht lässt den Raum auch größer wirken.

Bett ist nicht gleich Bett

Wenig Platz heißt nicht, keinen Stauraum zu haben. Man muss den Platz nur geschickt nutzen. Das Bett ist der wahrscheinlich größte Platzräuber. Dabei bieten sich gerade hier viele Möglichkeiten, um Platz zu sparen bzw. geschickt zu nutzen. Soll es das klassische Bett bleiben, lässt sich der Platz darunter hervorragend als Lager nutzen, zum Beispiel mit flachen Plastikboxen mit Rollen. Es gibt auch Betten, die bereits Fächer im Untergestell integriert haben. Ist das Bett zu breit, sollte man genau überdenken, ob es nicht auch ein Schmaleres tut. Ein Doppelbett mit 1,60 m oder 1,80 m Breite ist häufig gar nicht nötig, auch ein 1,40 m breites Bett ist für 2 Personen meistens schon ausreichend.

Wer den Platz, den das Bett einnimmt, am Tag braucht, kann sich für ein Schrankbett entscheiden, welches nach oben geklappt zum schmalen Wandschrank wird. Nicht nur für kleine Kinderzimmer ist das Hochbett ideal, denn es bietet darunter ausreichend Platz für beispielsweise das Sofa oder einen Arbeitsplatz mit Schreibtisch. Wer nach oben noch mehr Platz hat, kann diesen sogar in eine weitere Etage verwandeln. Auf einem eingezogenen Zwischenboden kann zum Beispiel der Schlafbereich ausgelagert werden. Eine Spindeltreppe nach oben nimmt im Raum darunter kaum Platz weg.

Stauraum finden

Mit maßgenauen Schranklösungen kann jede Nische zum Stauraum werden. Sogar Wände mit Dachschrägen können mit passgenauen Fächern bestückt und damit zum Lagerplatz werden. Im Internet gibt es dafür einige Anbieter. Offene Raumtrenner unterteilen kleine Räume in verschiedene Bereiche und bieten dabei gleichzeitig Stauraum, zum Beispiel für Bücher oder Aktenordner. Im Wohnzimmer ist der offene TV-Schrank zwar modern, aber er bietet eben auch kaum Platz. Die gute alte Schrankwand ist zwar klobig, bietet aber unschlagbar viel Stauraum. Es gibt sie auch in moderneren Ausführungen. In jedem Fall ist die Wand rund um den Fernseher ein guter Ort, um Stauraum zu schaffen.

Der Essbereich

Hier haben wir zwei Möglichkeiten. Ein kleiner Tisch und platzsparende Stühle, die nach dem Essen fast ganz unter den Tisch verschwinden, oder das Gegenteil: Sitzbänke, die zwar nicht verschwinden, aber unter ihrer Sitzfläche eine Truhe verbergen, die als Stauraum dient. Wer in seinem Single-Haushalt nicht vor hat, Gäste zu bewirten, kann auch direkt einen einklappbaren Tisch an der Küchenwand befestigen. Mit ein bisschen Fantasie kann man auch aus kleinen Räumen einen gemütlichen Wohntraum schaffen. Es kommt eben nicht auf die Größe an.

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