Freitag , 21 Februar 2020
Startseite / Garten & Außenanlagen / Wespen im Garten: Sind sie nützlich oder eher nicht?
wespen im garten
Paul Reeves Photography/shutterstock.com

Wespen im Garten: Sind sie nützlich oder eher nicht?

Die schwarz-gelben Flieger nerven jeden Sommer auf Neue. Besonders im Hochsommer treten sie vermehrt auf. Einzelne Wespen wird man bei Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln schnell wieder los. Wespennester kann man zwar im Herbst, wenn das Wespennest nicht mehr bewohnt ist, gefahrlos entfernen. Das hilft aber nur kurzfristig. In der kalten Jahreszeit stirbt zwar die gesamte Wespenbesatzung nebst Königin, doch die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen im Folgejahr eigene Standorte, um ein Volk zu gründen.

Dabei kommt es oft vor, dass eine davon wieder in der gleichen Umgebung nistet. Von Beginn der Nestbauphase bis zum Herbst sollte die Entfernung nur durch einen Profi erfolgen. Wespen reagieren äußerst aggressiv, wenn ihr Nest bedroht wird. Wer hier selbst Hand anlegt, riskiert Stiche. Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetiker) und Allergiker sollten vorsichtig sein, da sonst erhebliche gesundheitliche Komplikationen drohen können. Wenn Wespen sich bei der Gartenparty, beim Grillabend oder einem Picknick mal wieder an Speisen und Getränken gütlich tun wollen, ist mancher auch versucht, die Störenfriede zu töten.

Wespen im Garten: Darauf muss man achten

Es gibt aber bessere Alternativen die Nervtöter wieder loszuwerden. Anstatt die unerwünschten Gäste zu töten, sollte man die Insekten mit ruhigen Bewegungen vertreiben. Wespen stechen erst, wenn sie sich bedroht fühlen. Folgende Vorsichtsmaßnahmen kann man aber ergreifen:

  • Die Tiere mit einer Schale süßer Früchte (z. B. überreife Trauben) vom Tisch weglocken. Schale dazu einfach etwas entfernt (5-10 Meter) vom Tisch aufstellen.
  • In der Nähe des Tisches Tomatenpflanzen z. B. in Kübeln aufstellen. Wespen verabscheuen deren Geruch.
  • Fallobst frühzeitig beseitigen.
  • Lebensmittel und Getränke im Freien abdecken.
  • Getränke aus Flaschen mit einem Strohhalm trinken. Gilt insbesondere für Kinder.
  • Duftende Parfums oder Cremes ziehen die Wespen an. Daher während des Aufenthalts im Freien lieber darauf verzichten.
  • Bunt geblümte Kleidung wirkt wie ein Magnet auf Wespen. Daher lieber nicht tragen.
  • Die Tiere weder anpusten noch wild um sich schlagen. Das macht Wespen nur aggressiver.
  • Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern ein Eindringen der Tiere in die Wohnung.

Ein besonderer Tipp ist der Bienen-Jet. Dieses für Imker entwickelte Spray hilft auch gegen Wespen. Kurz ansprühen und die Wespe verlässt fluchtartig den Ort des Geschehens und kehrt auch nicht zurück. Das Spray ist unschädlich für die Tiere. Alternativ kann auch ein Zerstäuber mit Leitungswasser benutzt werden. Werden die Wespen damit besprüht, glauben sie es regnet und fliegen zum Nest zurück.

Dürfen Wespen getötet werden?

Nein, Wespen stehen unter Naturschutz. Wespen töten oder deren Nester beseitigen, ist in Deutschland strafbar. Wer Wespen tötet, kann mit Bußgeldern von mehreren Tausend Euro bestraft werden. Wer Wespennester illegal ausräuchert, zerstört oder sonst beseitigt, muss sogar mit einem Bußgeld bis zu 5.000 Euro rechnen. Bei vom Aussterben bedrohten Arten (z. B. Kreiselwespen oder Knopfhornwespen) drohen je nach Bundesland sogar Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Wer eine einzelne Wespe tötet, muss natürlich mit keinen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wer jedoch eine Wespenfalle im Garten aufhängt und von jemandem angezeigt wird, hingegen schon.

Sind Wespen nützlich?

Die Antwort lautet ja. Wespen sind wichtig für unser Ökosystem und überaus nützliche Helfer im Garten. Ein Wespenvolk kann bis zu zwei Kilo Insekten (darunter auch viele Schädlinge) am Tag fressen. Wespenlarven benötigen viel Eiweiß für ihr Wachstum. Um die Ernährung sicherzustellen, jagen Wespen in der Aufzuchtphase ihrer Brut daher überwiegend Insekten: Fliegen, Mücken, Schnaken, Spinnen, Heuschrecken, Blattläuse auch Raupen und Maden. Wespen fliegen aber ebenfalls von Blume zu Blume und kosten vom süßen Nektarsaft. Dabei bestäuben sie die Blütenpflanzen genauso wie die Bienen. Die Bestäubung erfolgt sogar bei kühlem Wetter, wenn Bienen sich eher im Stock aufhalten.

Im Unterschied zu Bienen produzieren Wespen aber keinen Honig. Des Weiteren sind sie auch als Aasfresser tätig. Und letztlich sind Wespen auch Nahrung für andere Tiere, z. B. Hornissen oder Vögel.

Wespennest im Garten: Was tun?

In Deutschland gibt es mehr als 500 Wespenarten. Davon mögen nur die deutsche Wespe (Vespula Germanica) und die gemeine Wespe (Vespula Vulgaris) Süßes und sind entsprechend zudringlich und belästigend. Diese beiden Arten sind verantwortlich für den schlechten Ruf der ganzen Wespenfamilie. Einzelne Wespen sind zwar durchaus lästig aber normalerweise ungefährlich. Ganze Nester im Garten oder am Haus erfordern jedoch Hilfe durch einen professionellen Kammerjäger oder einem Unternehmen für Schädlingsbekämpfung. Infrage kommt grundsätzlich eine Umsiedelung oder Beseitigung des Wespennestes (Kostenpunkt 100 bis 250 Euro), wobei die Umsiedelung in der Regel günstiger ist.

Die Umsiedlung oder Beseitigung muss von der zuständigen Behörde z. B. der Naturschutzbehörde, Landratsamt oder der Stadtverwaltung genehmigt werden. Dazu ist von Betroffenen bei der Behörde ein entsprechender Antrag mit Begründung zu stellen. Gründe können etwa sein, wenn der Wespenstaat erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringt oder eine Gefahr für Kinder oder Allergiker bedeutet. Die Entfernung von einem Wespennest im Kindergarten wird beispielsweise problemlos genehmigt.

 

Ebenfalls interessant

Gartenarbeit: Warum man seine Luxusuhr lieber Zuhause lassen sollte

Jeder Uhrenfreund würde sich am liebsten nie von seinem Handgelenkschmuck trennen wollen. Doch wo und …