Dienstag , 28 Juni 2022
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Eukalyptus ist nicht nur etwas für Koalas

Die gängigen Assoziationen, wenn das Wort Eukalyptus fällt, drehen sich entweder um die putzigen Beuteltiere aus Australien oder Hustenbonbons und Inhalationen. Nur die wenigsten verbinden einen Eukalyptusbaum mit einer Zierpflanze, die auch im heimischen Garten eine gute Figur macht.

Wo kommt der Eukalyptusbaum her?

Die durchaus berechtigte Assoziation mit dem Koalabären deutet es schon an. Eukalyptusbäume sind in Australien heimisch, finden sich aber auch in großer Menge im Osten Indonesiens. Es gibt etwa 600 Arten, von denen die meisten hohe, schnellwüchsige und immergrüne Bäume oder Sträucher sind. Die Blätter stellen für Koalas und andere Beuteltiere die Hauptnahrungsquelle dar, obwohl die darin enthaltenen ätherischen Öle giftig sind. Einige der Inhaltsstoffe kommen zwar zu medizinischen Zwecken bei Grippe, Husten, aber auch Rheuma- und Muskelschmerzen zum Einsatz, aber der Verzehr der Blätter ist durchaus nicht ungefährlich. Selbst Koalas bevorzugen typischerweise ältere Blätter als Nahrung, weil die Giftstoffe darin in geringerer Konzentration enthalten sind.

Eukalyptus als Problembaum in Ökosystemen

Eukalyptusbäume gelten aktuell in größeren Ökosystemen als nicht unproblematisch. Das hat maßgeblich zwei Gründe. Zum einen trocknen sie den Boden tief aus, nehmen damit vielen Tierarten den Lebensraum und verdrängen andere Pflanzen mit hoher Effektivität. Zum anderen fördern sie die Gefahr von Waldbränden, die gerade in Zeiten des Klimawandels zu einer immer größeren Bedrohung werden. Besonders diese Waldbrandgefahr wird durch den hohen Gehalt an ätherischen Ölen und das Abwerfen großer, trockener Äste aktiv befördert. Deshalb gibt es bereits viele Bemühungen, Eukalyptusbestände gezielt zu eliminieren.

Kein Problem in Haus und Garten

In freier Wildbahn gibt es Eukalypten, die bis zu 100 m hoch wachsen können. Das ist für eine Zimmerpflanze selbstverständlich etwas zu viel, lässt sich aber recht einfach auf kleinere Höhen einregulieren. Besonders der Eucalyptus gunnii hat sich in letzter Zeit als äußerst beliebte Kübelpflanze für Garten, Balkon und Terrasse etabliert. Er benötigt keine besonders aufwändige Pflege und vertreibt mit seinem charakteristischen Geruch Insekten. Darüber hinaus bringt er mit seiner attraktiven Wuchsgestalt eine weitere Voraussetzung mit, die ihn zu einer Trendpflanze prädestinieren. Wie es sich für einen waschechten Australier bzw. Südostasiaten gehört, mögen Eukalypten sonnige Standorte oder Positionen mit Halbschatten.

Er mag windgeschützte Plätze an Wänden oder Mauern. Er bevorzugt außerdem humose, nicht zu kalkhaltige Böden ohne Staunässe. Wenn er ausgepflanzt werden soll, dann ist er nur bedingt winterhart. Auch wenn er teilweise als winterhart verkauft wird, sollten ihm Minusgrade erspart werden. Eucalyptus gunnii kann zwar Minustemperaturen vertragen, aber das gilt nur für ältere Exemplare. Am besten überwintert er an hellen Plätzen mit einem Temperaturprofil zwischen 10 und 15 °C. Nach der möglichst frostfreien Überwinterung sollte der Eukalyptus erst schrittweise wieder an die Freiluftbedingungen herangeführt werden.

So gedeiht der Eukalyptus im Kübel am besten

Wer lange Jahre etwas von einem Eukalyptusbaum haben will, sollte ihn im Kübel anpflanzen. Als Gefäß dient am besten eines, das ein doppelt so großes Volumen wie der mitgelieferte Kulturtopf aufweist. Ein Abzugsloch ist wichtig, damit ganzjährig eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit sichergestellt, aber auch Staunässe vermieden werden kann. Unten in das Gefäß gehört eine Schicht Blähton, die als Drainage fungiert. Und natürlich sollte nur hochwertige Pflanzerde zum Einsatz kommen.

Eucalyptus gunnii wächst buschig und wird in der Höhe eher nicht beschnitten, dafür aber an den Seitentrieben | pixabay.com

Nach dem Pflanzen kommt die regelmäßige Pflege, das heißt Gießen, Düngen und Schneiden. Das korrekte Gießen ist wahrscheinlich der wichtigste Baustein bei der Pflege eines Eukalyptusbaums. Ein Australier sollte gerade im Sommer sehr viel trinken, deshalb hat auch der Eukalyptus einen hohen Wasserbedarf in der warmen Jahreszeit, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Es sollte nie länger als zwei Stunden Wasser im Untersetzer vorhanden sein. Die Häufigkeit des Gießens richtet sich nach der Größe des Baums, der Topfgröße und selbstverständlich den Temperaturen.

Wenn es heiß draußen wird, dann kann tägliches Gießen durchaus angebracht sein. Das immergrüne Laub ist ganzjährig vorhanden, damit wird auch im Winter Wasser verdunstet. Trotzdem sollte einmaliges Gießen pro Woche während der Überwinterung ausreichen. Aber der Eukalyptus darf nicht austrocknen. Beim Düngen kommt zum Tragen, dass der Eucalyptus gunnii einen nährstoffreichen Boden braucht. Im Frühjahr sollte regelmäßig gedüngt werden, am besten mittels eines Spezialdüngers, der über Langzeitwirkung verfügt. Ein neu erworbener Eukalyptus verträgt alle 14 Tage bis zum September eine Düngung mit einem Flüssigdünger.

Bewährt haben sich Dünger mit Guano, die sich neben Spurenelementen und Mineralstoffen auch durch natürliche, vitalisierende Huminstoffe sowie Wuchs- und Vitalstoffe auszeichnen. Einmal im Jahr ist ein Schnitt angesagt, am besten direkt nach der Überwinterung. Der Baum sollte um ein Drittel zurückgeschnitten werden, damit sich in den Blattachseln neue Triebe ausbilden können und die Pflanze buschig weiterwachsen kann. Abgestorbene Triebe werden komplett entfernt und querwachsende Äste werden eingekürzt. Durch seine Schnittverträglichkeit erholt sich der Eukalyptus auch nach einem radikalen Rückschnitt sehr gut und verträgt auch mehrfache Korrekturschnitte im Jahresverlauf.

Das Eukalyptusöl

Aufgrund seiner ätherischen Öle, die auch antimikrobiell wirksam sind, ist der Eukalyptus eine sehr schädlingsresistente Pflanze. Der Geruch und die Inhaltsstoffe der Pflanzen vertreiben Schädlinge und Insekten und machen sie ideal für eine Terrassenhaltung. Die ätherischen Öle sind jedoch auch giftig. Daher sollte darauf geachtet werden, dass Kindern oder Haustieren nicht die Möglichkeit gegeben wird, Rinde oder Blätter zu verzehren, zumindest nicht in zu großen Mengen. Empfindliche Personen sollten beim Rückschnitt der Pflanze Handschuhe anziehen, um Hautreizungen von vornherein auszuschließen.

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