Freitag , 17 Januar 2020
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Terrakotta winterfest
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Terrakotta winterfest machen: Worauf muss man achten?

Würde man eine statistische Studie darüber erheben, in wie vielen Gärten Terrakottatöpfe verwendet werden, so fiele der Prozentsatz mit Sicherheit hoch aus. Angesichts der großen Nachfrage dürfte das Ergebnis nicht verwundern. Schließlich lieben nicht nur passionierte Gartenbesitzer die charakteristisch bräunlich-roten Kübel.

Im Gartenfachhandel werden Terrakottawaren in Reinform, also unbemalt, angeboten. Darüber hinaus gibt es colorierte Ausführungen mit Motiven in ansprechenden Farbverläufen. Mittlerweile wird Terrakotta in verschiedenen Ländern industriell angefertigt. Allerdings genießt nur die Variante aus Italien den Ruf, original zu sein.

Terrakotta winterfest machen: Grundlegendes

Die Herkunftsregion von Terrakotta liegt in der mittelitalienischen Toskana. Übersetzt bedeutet der Name wörtlich ‚gekochte Erde‘, was auf die traditionelle Herstellung hindeutet: Der individuell geformte Terrakottagegenstand wird Hitze ausgesetzt. Durch diese Wärmeeinwirkung bleibt er stabil und behält seine jeweilige Form bei. Schon seit der Antike werden Geräte aus Terrakotta benutzt. Grundzüge der Produktionstechniken sind bis in die moderne Epoche hinein erhalten geblieben. Zu Zeiten des 19. Jahrhunderts haben Handwerker die einzelnen Arbeitsschritte nochmals optimiert. Während frühere Terrakottaobjekte vor allem zur Dekoration dienten, so kommt ihnen heute primär eine Zweckmäßigkeit als Gebrauchsgegenstände zu.

Der Rohstoff setzt sich aus mit Kalk versetztem Ton zusammen, der überdies Eisenanteile enthalten kann. Man zählt ihn daher den Tonwaren zu. Ferner gehört Terrakotta zu den Irdenwaren (irden = aus Erde bestehend). Nach dem Formen wird der Stoff auf verhältnismäßig schwacher Flamme von maximal 1000 Grad in einem Durchgang gebrannt. Danach belässt ihn der Hersteller in seinem ursprünglichen Zustand und lasiert ihn nicht. Zum Beispiel werden herkömmliche Keramikgegenstände Lasuren unterzogen, um ihnen Glanz zu verleihen. Gefäße aus Terrakotta sehen nicht nur dekorativ aus.

Das sind die Vorteile

Das Material kann im Vergleich zu Glas oder Porzellan mit einigen Vorteilen aufwarten: Es gilt als relativ widerstandsfähig, lässt sich während der Produktion einfach formen und kann bei einem sachgerechtem Umgang jahrelang benutzt werden. Daneben ist seine rotbraune Farbe natürlich unverkennbar. Wegen des natürlichen Aussehen wirken Terrakottatröge besonders ‚erdig‘. Diese Harmonie zwischen Gefäß und Pflanzen trägt sicher zur Beliebtheit von Terrakotta bei. Unzerbrechlich sind Terrakottawaren jedoch leider nicht. In der kühlen Jahreszeit von Ende Oktober bis Mitte März kommen Gartenkübel mit niedrigen Temperaturen und unbeständigen Wetterverhältnissen in Kontakt.

Auf Dauer kann ihre Oberfläche porös oder sogar beschädigt werden. Die Folgen sind Risse, im schlimmsten Fall halten die Gegenstände den widrigen Einflüssen gar nicht mehr stand und müssen entsorgt werden. So weit muss es zum Glück gar nicht erst kommen. Mithilfe der unten aufgeführten Ratschläge lassen sich Blumentöpfen & Co. winterfest machen. Dann halten sie selbst bei kalten Wintereinbrüchen draußen durch.

Terrakotta winterfest machen – Schritt-für-Schritt Anleitung

Viele Gartenbesitzer stehen spätestens ab Herbst vor der Frage, wie ihre Terrakottatöpfe ohne Schäden durch die folgenden Monate kommen. Mit den folgenden Hinweisen verliert der Winteranfang jedoch seinen Schrecken:

  • Grundsätzlich übersteht Terrakotta von guter Qualität die Wintermonate zumeist besser als preisgünstige Kopien. Daher sollte das Augenmerk bereits beim Kauf auf Hochwertigkeit liegen. Solche Ausführungen sind meistens langlebiger.
  • Idealerweise überwintern maschinell produzierte Modelle im Wintergarten oder drinnen in der Wohnung. Töpfe aus handwerklicher Anfertigung halten die kalten Monate auch im Freien aus, sofern die Anleitung eingehalten wird. Solche Gefäße tragen den Namen ‚Terrakotta Exklusiv‘.
  • Terrakottagefäße sollten keinesfalls ungeschützt auf dem Boden stehen. Der Bereich zwischen Topf und Untergrund wird mit Stoffen, dicken Schichten Pappe und/oder Laub versehen. Somit bleiben Gegenstände aus Terrakotta zuverlässig vor der Kälte isoliert.
  • Schon geringe Anteile an Restfeuchtigkeit können Schimmel verursachen. Bei Temperaturen im Minusbereich erhöht sich durch Wasserreste die Gefahr von Brüchen. Ein einfaches Überkopfstellen der Töpfe verhindert solche Situationen.
  • Durch Löcher am Boden kann Regenwasser absickern und kann das Material nicht in Mitleidenschaft ziehen. Nach Bedarf wird die Innenseite von unbepflanzten Gefäßen mit einem Tuch abgetrocknet. Als Alternative gießt man überschüssiges Wasser ins Beet.
  • Schneefall stellt für die Tröge aus rotem Ton kein Problem dar. Bei Tauwetter entfernt man die Schneeschicht rechtzeitig, um Feuchtigkeit am Material zu vermeiden.
  • Sollten schwere Stürme aufkommen, ziehen die Terrakottagegenstände kurzzeitig ins Warme um. So kann ihnen das schlechter Wetter nichts anhaben. Nach dem Abklingen des Sturmes dürfen sie wieder nach draußen auf die Terrasse.
  • Viele Eigenheime verfügen über Vordächer. Unter ihnen fühlen sich die Gartentöpfe ebenfalls wohl. Für sie ist das Klima in solchen Nischen günstiger, überdies werden Nässe und Hagel abgeschirmt. Auf isolierende Decken oder Laubschichten sollte man trotzdem nicht verzichten.
  • Bei leichtem Sturm werden die Terrakottakübel an eine windgeschützte Stelle auf der Terrasse oder dem Balkon verlagert. Unabhängig von der vorherrschenden Windstärke sollte man die Gegenstände das ganze Jahr über mit Heringen feststecken, wenn sie an einem ungeschützten Platz stehen.
  • Für Pflanzen in Blumentöpfen wählt man während der Wintermonate lockere Erde. Sie versorgt die Gewächse mit den benötigten Nährstoffen, darüber hinaus wird Frostbefall entgegengewirkt. Zur Zeit von Frostperioden bedeckt man die Erde zusätzlich mit Blättern oder Heu.